"Heute" : Nach fünf Jahren geschreddert

03.08.2005, 13:01 Uhr

Prüfend fährt Christian Hasucha (50) mit der Hand über die Oberfläche der Beton-Buchstaben von "heute". Das Resultat scheint den Künstler aus Berlin zu überzeugen. "Von Material und Oberfläche her ist das Ergebnis hervorragend", zollt er dem Team des Velener Gemeinde-Bauhofs Lob. Denn: Es sei keine alltägliche Sache, gebogene Formen zu gießen. Gestern Nachmittag begutachtete der Künstler das Werk, das er für die Skulptur-Biennale konzipiert hat. Es steht an der Landstraße zwischen den Orten.

Nicht als "ausgelagertes Museumsstück" will Hasucha sein Werk verstanden wissen. "Es ist ein Teil des Alltäglichen, das für eine bestimmte Zeit eine gewisse Färbung erhält und dann wieder in den Ursprungszustand zurückkehrt", erklärt der Bildhauer. "Aber für die Leute bleibt die Wiese auch danach noch etwas Besonderes", hofft er, dass sie den Standort mit etwas anderen Augen betrachten.

Pendler und Vorbeifahrende will er ansprechen. Sie sollen sich und ihre eigene Lebensgeschichte in Bezug zu den fünf Jahren setzen und darüber nachdenken, was in dieser Zeit in ihrem Privatleben passiert ist. Denn dann wird das Werk wieder abgebaut, erklärt Hasucha. Was danach mit dem bis zu drei Meter hohem Schriftzug passiert" Der Beton wird geschreddert und wahrscheinlich im Straßenbau verwendet.
Konkurrenz oder Provokation " wie reagiert Christian Hasucha auf das "Morgen", das Unbekannte ein Stück weiter mit großen weißen Lettern am Zaun angebracht haben" Die Antwort kommt ohne Zögern: "Das ist doch wunderbar", freut sich der Bildhauer, "dass sich Leute mit der Arbeit auseinandersetzen." Denn das sei das Wichtigste, was Kunst erreichen könne.